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Das Letzte 26.05.10
   
 



                                      Etwas zur Winterfütterung
Hätten die Karpfen eine Wahl, dann würden sie sich nur in ihrem Vorzugstemperaturbereich zwischen 12°C und 26°C aufhalten.

Bei langsamem Temperaturrückgang können gut vorbereitete (konditionierte) Fische jedoch sehr gut überwintern.
Im immer kälter werdenden Wasser (ihrer Fremdtemperatur von etwa 12° bis 4°C) reduziert sich ihr Stoffwechsel und ihre Aktivität nimmt ab. Die Fische legen dann häufiger Ruheperioden ein.
Gehen die Temperaturen weiter zurück,  auf etwa  4° bis 1°C, ist damit ihr lethargischer Temperaturbereich erreicht. (nicht zu verwechseln mit der Lethaltemperatur, welche zwischen plus 1°C und minus 2°C liegt) Ihre Atemfrequenz geht stark zurück und der Herzschlag reduziert sich dabei auf nur noch 2-3 Schläge pro Minute (J.Hofmann, 1987).
Ihr Stoffwechsel läuft auf Sparflamme. Die Wahrnehmungen ihrer Umwelt und  ihre Körperaktivitäten  reduzieren sich dabei auf ein absolut notwendiges Maß. 
Sie sind dann…“On Standby“

(Eine Anmerkung: Wenn Koi in dieser Phase einmal seitlich am Teichboden abliegen, zeigen sie damit nicht zwangsläufig ein Energiemangelsyndrom an). 
Durch diese Ruheperioden retten die Fische ihr Leben und es ist keine gute Idee, sie in dieser Phase zu stören.
Sind ihre Energiereserven weitgehend verbraucht, benötigen sie eine Zufuhr von „Betriebstoffen“ die für die sofortige Verbrennung zur Verfügung stehen. Darum nehmen Karpfen bei Bedarf und noch bei Wassertemperaturen bis 0,5°C  Nahrung auf. Sie können diese bei 3-4°C auch noch relativ gut verwerten.
Hunger ist ein Stressor und so füllen  Karpfen unter diesen Umständen ihren Darm mit Schlamm, wenn sie keine Nahrung finden. (W.Schäperclaus).
In ausreichend großen, natürlichen Gewässern finden die Fische auch in der kalten Jahreszeit noch Futter. Darum war es in der Karpfenzucht  früher auch üblich, die Tiere im Winter nicht zu füttern.

Nun kommen wir.   Im modernen, gepflegten, aber unnatürlichen Koi-Teich sind die Tiere auf Gedeih und Verderb auf die Versorgung mit Futtermitteln aus Menschenhand angewiesen.
Nach W. Steffens(1964) liegt die maximale Hungerzeit (Höchstdauer ohne jede Futteraufnahme) bei winterlichen Temperaturen zwischen 159 und 195 Tagen.

Folglich bleibt ihnen manchmal nur die kraftzehrende Bettelei an der Wasseroberfläche, denn wenn sie sich häufig bewegen müssen, weil wir sie aufschrecken oder andere Stressoren auf sie einwirken, werden ihre gespeicherten Reserven sehr viel schneller verbraucht.
Wenn Mensch dann „glaubt“, bei Temperaturen unter 10°C nicht mehr füttern zu dürfen, kann es für einzelne Fische schon mal knapp werden. (wie im Winter 08/09)

 

Folgerungen:

- Die vielfach geübte Praxis Koi im Winter grundsätzlich nicht zu füttern ist sicherlich falsch.
- Wenn die Fische umher schwimmen, haben sie ggf. ein Bedürfnis der Nahrungsaufnahme, auch bei Temperaturen im einstelligen Bereich.
- Die Fütterung im Herbst sollte so lange wie möglich mit geeigneten Futtermitteln fortgesetzt werden. (Es gibt geeignete Futtermittel für die kalte Jahreszeit, z.B leicht verdauliche Sinkfutter- Pellets, die  ggf. mit Vitaminen und Fischöl aufgewertet und auch vorgeweicht werden können)
- Koi werden die Nahrungsaufnahme von selbst reduzieren, bzw. einstellen, wenn sie gut konditioniert und stressfrei in die Ruheperioden hinein kommen.
- Nicht gleich in Panik geraten, wenn Koi sich ein paar Tage „ablegen“. Das ist durchaus normal.

 

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                     Fütterung im Sommer, Gewitter und Koisterben

Das Gewitter den atmosphärischen Luftdruck soweit absenken können, dass es zum auslösen/ausperlen des Sauerstoffs kommt, ist schlicht falsch. (Es sind nur 2 bis 3 Hektopascal Differenz.und ... Dat macht nix, gornix ) Größere Luftdruckunterschiede, vor und nach dem Durchgang von Frontensystemen/Stürmen, sind auch keine Seltenheit, sondern an der Tagesordnung. Starke Niederschläge können den Sauerstoffgehalt im Wasser, wenige Zentimeter unter der Oberfläche, auch nur kurzzeitig mindern.
Aber: Woran liegt es nun, wenn plötzliches Koisterben und Gewitter immer wieder in einen Zusammenhang gebracht werden?
Schuld sind hohe Wassertemperaturen und zu viel Futter. Die Gewitter sind unschuldig! Wenn im Hochsommer die Gewitterneigung zunimmt, sehe ich das als Aufforderung, die Wasserwerte und das Verhalten der Fischle genau im Auge zu behalten. In der Fachliteratur wird die für den Karpfen/Koi tödliche Wassertemperatur (lethal) mit ca.35°C angegeben.
Beim gegenseitigen Abschreiben, von den Altmeistern der Fischzucht, haben die Damen und Herren dann aber vergessen anzugeben, dass dieser Wert nur zutrifft, wenn alle anderen Wasserwerte optimal sind. Hier insbesondere der Sauerstoffgehalt, Ammoniak, Ph-Wert, Algendichte, usw.) Warum ist das so wichtig?
Der Sauerstoffbedarf der Koi wird ganz entscheidend von der Wassertemperatur bestimmt. Bei 30° ist dieser etwa drei- bis viermal so hoch wie bei 15°. Wenn der Fisch seine Atemfrequenz erhöhen muss, bedeutet dies für ihn Stress. Bei Stress wird mehr Sauerstoff benötigt.
Ab etwa 25-26° werden die Koi im Normalfall etwas unruhig/anders. Habe ich auch schon so beobachtet. Als nächstes verweigert er die Futteraufnahme und sucht ein kühleres Plätzchen mit mehr Sauerstoff. Im Betonteich mit guter Umwälzung?
Der Koi, der sich zuvor mit proteinhaltigem Futter den Ranzen vollgeschlagen hat, kommt in arge Bedrängnis, wenn er nicht besser versorgt wird. Der Stoffwechselprozess läuft auf max. Power und der Bedarf an Sauerstoff steigt parallel erheblich weiter, die Kiemen versagen langsam ihren Dienst.
Wenn jetzt das Wasser noch etwas verunreinigt ist, die Temperatur an die 30° Marke stößt, der pH-Wert über 7,5 ist, geht’s mit dem Ammoniak richtig nach oben. Notatmung an der Wasseroberfläche! Nun kommt die Nacht, die Fadenalgen naschen am Sauerstoff.

Die jungen Fische sterben zuerst. Es wird beschrieben, dass dies sehr schnell gehen kann. Das nahende Wärmegewitter kriegen die nicht mehr mit.
Ich ziehe meine Rückschlüsse/hoffentlich guten Vorsätze wie folgt:
Die kritische Temperatur für meine Koi lege ich jetzt auf 30°C fest und ab 25° gibt’s FdH und mal Getreide und Reis mit Geschmack. Weg vom normalen Futter, hin zum Futter mit weniger als 25% Rohprotein und mehr als 6% Rohfett. Wenn’s sehr warm wird, muss der Dreck raus aus Teich und Vorfilter. Die Wasserwerte prüfe ich dann mehrmals. Gefüttert wird wenig und nur bis zum frühen Nachmittag, damit die Fischle Zeit für die Verdauung bekommen. 


                Futter/Mischungen/Knoblauch/Leckerchen, usw.
etwas für Besserfresser
O.K.-  ja.       Sie wissen schon wie Mais oder Nudeln aussehen. Aber Sie sitzen ja vor einem Monitor und nicht am Radio. 
Ich will Ihnen hier doch nur kurz die Honigpops, bzw. die Reiswaffel zeigen.
Das Zeugs mögen alle Koi.
Ich denke, dass es sehr wichtig ist, im Speiseplan etwas Abwechslung ein-
zubauen. Wenn Sie es in geringen Mengen anbieten, machen Sie keinen Fehler. Die Reiswaffel bringt den `Raubfisch im Koi` an die Oberfläche.

    Wurmkur?

-Ich nehme 1/3 Knoblauchpaste (hier: Kattus, aus dem Supermarkt 88% Knoblauch, Olivenöl, usw)
- und 2/3 gek. Kartoffeln.
- beides gut durchkneten und Kügelchen rollen. Leckerleckerlecker…

                                    Zum Wachstum der Koi.


Welche Faktoren beeinflussen das Wachstum der Fische?

Sehr entscheidend sind wohl die Einflüsse der ersten Lebensjahre eines Koi und dann spielen natürlich die Wassertemperatur, Art/Zusammensetzung/Menge des Futters, der Sauerstoffgehalt, Stress und Krankheiten, Alter des Fisches, Wassergüte, Bewegung, usw. eine Rolle. Und unsere Fische wachsen ihr Leben lang, aber wenn die Erbinformationen nicht mitmachen wird es halt kein Jumbo-Fischle.

Aus allen Informationen, die ich zu diesem Thema habe, sticht für mich ein hier noch nicht genanntes weiteres Argument hervor.

Wenn der Organismus eines Koi seine Ausscheidungen und die darin enthaltenen, ich nenne sie mal eigene Marker/Id´s,  immer wieder registriert, wird er kaum weiter wachsen. 
In einem kleinen Kreislaufsystem bremsen die eigenen, die persönlichen Körper-Marker daher das Wachstum umso mehr. Offensichtlich auch dann, wenn die Filterung optimal ist. Seine `Körpernachricht` bleibt im Wasser.

Nicht allein das teure Top-Futter, sondern die große Gesamtwassermenge und/ oder NEUES WASSER erschafft den Wonneproppenkoi von 90 cm.

Ein Koi in einem kleinen Aquarium mit ständigem Frischwasserzulauf wird demnach wachsen, bis die Scheiben am Körper anliegen. Ist das so? Ich glaube schon.